Begegnungen im Alltag

Wenn mir im Alltag Menschen mit Behinderung begegnen – und das passiert relativ häufig – , dann gibt es immer verschiedene Reaktionen, die man beobachten kann.

Einmal die „Hingucker“, damit meine ich die Menschen, die gaffen und mitleidsvoll ihr Gesicht verziehen – so, als könnten sie den Menschen wieder gesund machen. Dann gibt es noch die „Gleichgüktigen“, die sich einfach nicht darum kümmern und es ignorieren. Es gibt auch die „Hilfsbereiten“, die den Rollstuhlfahrern in den Bus helfen, oder den Blinden über die Straße führen. Und dann gibt es die „Mobber“, die Menschen, die sich bewusst über die „Behinderten“ lustig machen und ihnen hinterher rufen: „Eh du Spastiii…. Bist du behindert, oder soo?“ Das macht mich wütend.

Ich verstehe nicht, was in den Köpfen derer vorgeht, die sich über Menschen mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen lustig machen. Woher nehmen sie sich das Recht? Im Grunde genommen haben Menschen mit Behinderungen das gleiche Recht auf Leben, wie alle anderen auch. Sie sind nicht weniger wert, im Gegenteil. Sie zeigen die Vielfalt der Natur auf und besitzen Charakterzüge, wie jeder andere auch. Sie sind trotzdem normal. Würdest du einen Menschen als „Behinderten“ bezeichnen, wenn er sich den Fuß gebrochen hat? Eigentlich nicht, aber (!) er ist in der Phase der Heilung auch behindert. Warum ist das Wort „behindert“ so negativ belegt?

Ich selbst bin auch oft überfordert im Umgang mit Menschen, die eine körperliche/ geistige Einschränkung haben. Meistens weiß ich einfach nicht, wie ich mich ihnen gegenüber verhalten soll. Es fällt mir schwer, sie so zu behandeln, wie ich Andere behandeln würde. Als ich jünger war, hatte ich ein eher unschönes Erlebnis mit jemandem, der das Down Syndrom hatte. Das hat mich dazu gebracht, alle Menschen mit Behinderung – sei es körperlich oder geistig – in einen Topf zu schmeißen und mich zu distanzieren.

Mittlerweile ist das anders für mich geworden. Es ist mir wichtig, dass man jeden Menschen gleich behandelt und oft fällt mir auf, dass Menschen, die in ihrem Alltag sehr eingeschränkt sind, trotzdem mehr Lebensfreude haben, als die Menschen, die sich über „Behinderte“ lustig machen. Ich kann auf einen Menschen im Rollstuhl zugehen und fragen, ob ich seine Tasche abnehmen kann. Ich kann mit einem geistig behinderten Mädchen im Bus ein kleines Gespräch führen. Wir müssen aufhören uns hinter dem Vorwand zu verstecken: „Anders ist komisch.“. Ja, vielleicht ist es komisch… aber anders ist auch gut.

Beitrag von  Feuerwerkmädchen

Fussi

2 thoughts on “Begegnungen im Alltag”

  1. Wir wollen mit den Aktivitäten unserer Vereine Nicos Farm e.V. und pro inclusion e.V. zeigen, dass „Verschiedensein ganz normal“ ist. Dafür geht der Vorsitzende von Nicos Farm, Arnold Schnittger, oft auf die Straße: http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/das/Protestmarsch-fuer-ein-Leben-mit-Liebe-und-in-Wuerde,dasx10552.html
    Das nächste Mal übrigens vom 24. bis 28. Mai 2017 in Hessen. Wer mehr wissen möchte: volker.brueckner@nicosfarm.de

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